Festival de La Luz

Lichterparade in der Hauptstadt San José

Jährlich besuchen mehr als 1 Million Menschen die beliebte Lichterparade zu Weihnachten in der Hauptstadt San José, eine weitere Million verfolgt das Spektakel über Bildschirm.

Am zweiten Samstag des Monats Dezember freuen sich Kinder wie Erwachsene auf den Lichterregen und die vielen Überraschungen der diesjährigen Darbietungen. Das Festival de la Luz ist zweifelsohne der Highlight der Adventzeit in Costa Rica. Und obwohl der Beginn erst für Anbruch der Dunkelheit festgesetzt ist, feiern die Ticos das Lichterfestival den ganzen Tag lang. Die Stimmung in der Stadt ist ausgelassen. Schon in den frühen Morgenstunden strömen tausende Menschen aus allen Regionen des Landes herbei, um sich für den Abend einen guten Platz in der vordersten Reihe.zu reservieren. Sie vewandeln die beiden großen Durchzugsstraßen, Paseo Colon und Avenida Segunda, in ein riesiges Campinggelände.

Geduldiges Warten im Kreise der Familie, ausschlafen und faulenzen auf der mitgebrachten Matratze, Eis essen, reden und oder picknicken und dazu laute Musik aus dem Radio – so gestaltet sich die Wartezeit für die Costaricanier bis zum Beginn des Festivals, um 18.00 Uhr, erträglich, ja sogar vergnüglich!

Veranstalter des Festivals ist die Stadtverwaltung von San José unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters, welcher die Lichterparade gemeinsam mit dem Präsidenten des Landes anführt. Das Festival de la Luz wurde im Jahr 1996 ins Leben gerufen. Die ersten geschmückten und leuchtenden Karossen versetzten damals die Einwohner in große Begeisterung. Seit dieser Zeit ist es für viele Institutionen, Firmen, Schulen und Gemeindeverbände eine große Ehre an diesem Großereignis teilzunehmen, um die in- und ausländischen Besucher mit fantasievoll und kreativ gestalteten Ideen zu überraschen. Gleichzeitig beleben lautes Trommeln, Musikgruppen, Clowns, Tänzer und Akrobatikvorführungen die Lichterparade.

Jedes Jahr ehren die Veranstalter des Festivals auch all jene Persönlichkeiten, welche durch ihren Einsatz zum Wohlergehen und Stolz der costaricanischen Bevölkerung beigetragen haben. Waren es im Jahr 1999 der berühmte Astronaut, Franklin Chan, im Jahre 2001 die costaricanische Fußballmanschaft, aufgrund der überraschenden WM-Qualifikation und viele andere namhaften Sänger, Autoren und Sportler, so ging im Jahr 2011 die chinesische Kultur als Ehrenträger hervor. Die Republik China hat für die Costaricaner in diesem Jahr ein langersehnten Traum wahrgemacht: Sie errichteten das Fußballstadium in La Sabana.

18.00 Uhr: Die Straßenbeleuchtungen im Zentrum werden ausgeschaltet und ein riesiges Feuerwerk bildet den Auftakt zum Festival de la Luz. Und wer sich nicht ins Gedränge stürzen will, steht vor seinem Wohnhaus und erfreut sich am schönen Lichterspektakel.

Danach setzen sich die ersten Tänzer und Musikkapellen vom Gimnasio Nacional, in La Sabana. in Bewegung und marschieren entlang des Paseo Colons, von dort in die Avenida Segunda und vorbei am Parque Central bis zum Plaza Democracia, unterhalb des Nationalmuseums.

Wunderschöne, leuchtende Karossen ziehen vorbei an den jubelnden Menschenmassen, die im dichten Gedränge lauthals mitsingen, tanzen und applaudieren. Die Begeisterung ist ansteckend: Wir rufen: „Bravissimo!“, als die Aktobaten ihre Künste zeigen und den Weg frei machen für eine prachtvolle Pferdekutsche mit einem Prinzenpaar.

Viele Firmen und Privatpersonen arbeiten schon monatelang vor Beginn des Festivals an der Skulpur und Mechanik ihrer Karossen. Jedes Jahr wird unter allen Teilnehmern der Schönste und Innovativste Beitrag prämiert. Eine solche Auszeichnung ist für die Ticos eine große Ehre und ein Beweis, dass sich Kosten und Mühen gelohnt haben.

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