Wetter in Costa Rica – Vorschau KW 37

04.09.2026

Die Vorschau für die Woche (8. bis 13. September 2026)

Erstellt am 4. September 2026 auf Basis der aktuellen Prognosen des Instituto Meteorológico Nacional (IMN)

Kurz gesagt: Die Karibikseite und der Norden bekommen den Regen, die gesamte Pazifikseite und das Zentraltal bleiben vergleichsweise trocken. Das ist für September ungewöhnlich — und es hat einen Namen.

Die Wetterlage in einfachen Worten

Normalerweise ist der September einer der nassesten Monate an der Pazifikseite Costa Ricas. Dieses Jahr nicht. Zwei Dinge kommen zusammen: Im Hintergrund läuft ein etabliertes El-Niño-Ereignis, und dazu wehen die Passatwinde deutlich kräftiger als üblich. Diese Winde schieben die Feuchtigkeit vom Karibischen Meer heran und lassen sie an der Karibikseite und im Norden abregnen — die Pazifikseite bleibt im Windschatten.

Das IMN nennt dieses Verhalten für September ausdrücklich „sehr untypisch”. Und es hält an: Die trockene Signatur an der Pazifikseite, im Zentraltal und in der westlichen Nordzone bleibt laut Prognose den ganzen September über bestehen.

Die Unsicherheit für die kommende Woche stuft das IMN als niedrig ein. Die Wahrscheinlichkeit für ein extremes Wetterereignis liegt bei rund 25 Prozent, also niedrig. Für die nächsten zwei Wochen erwartet das Institut keine direkte Beeinflussung durch größere Wettersysteme, die landesweite Extremereignisse auslösen könnten.

Erst das Wochenende: 5. bis 7. September

Bevor die neue Woche beginnt, wird es noch einmal feuchter. Am Wochenende schwächen sich die Passatwinde ab, wodurch mehr Feuchtigkeit vom Pazifik ins Land strömt. Für Sonntag verstärkt zusätzlich die tropische Welle Nr. 40 die Schauertätigkeit. An der Karibikseite und im Norden nehmen die Regengüsse zum Wochenende hin zu, an der Pazifikseite und im Zentraltal sind nachmittags Schauer mit Gewitter zu erwarten.

Zu Beginn der kommenden Woche zieht die tropische Welle Nr. 41 durch, die derzeit aber keine nennenswerte Entwicklung zeigt.

Die Regionen im Einzelnen

Die folgenden Werte sind die vom IMN erwarteten Regensummen für die gesamte Woche vom 8. bis 13. September. Die Spannen ergeben sich daraus, dass innerhalb jeder Region die Küste, das Flachland und die Berge unterschiedlich viel abbekommen. Die Temperaturwerte stammen aus dem Wochentrend für die laufende Woche.

Karibik (Provinz Limón)

10 bis 130 mm im Norden, 25 bis 70 mm im Süden. Regnerisch.

Die Karibikseite ist diese Woche zusammen mit dem Norden die nasseste Region des Landes, und die höchsten Niederschläge fallen im nördlichen Teil an — also Richtung Tortuguero und Barra del Colorado. Der Süden um Cahuita und Puerto Viejo kommt mit einer engeren Spanne davon. Typischer Tagesablauf: morgens wechselnde Bewölkung mit gelegentlichem Regen, nachmittags Schauer über den Bergen.

Temperaturen: bis 32 °C, nachts bis 18 °C.

Nordregion (Provinz Alajuela)

Zona Norte 30 bis 140 mm — regnerisch. Westliche Nordzone 10 bis 50 mm — trocken.

Hier musst du genauer hinschauen als anderswo, denn der Norden zerfällt diese Woche in zwei völlig gegensätzliche Hälften.

Die eigentliche Zona Norte rund um Boca Tapada, San Carlos, La Fortuna und den Arenal gehört mit bis zu 140 mm zu den regenreichsten Gebieten des Landes. Die westliche Nordzone dagegen — die Kantone Guatuso, Los Chiles und Upala, vom IMN als „GLU” abgekürzt — bleibt mit 10 bis 50 mm trocken. Zwischen La Fortuna und Upala liegen keine 60 Kilometer, aber prognostisch fast der Faktor drei.

Temperaturen: bis 32 °C, nachts bis 17 °C.

Guanacaste (Provinzhauptstadt Liberia)

5 bis 90 mm. Trocken.

Guanacaste ist die Region, die El Niño am stärksten trifft, und das zeigt sich auch in dieser Woche. Die untere Grenze der Spanne liegt praktisch bei null. Gleichzeitig ist Guanacaste mit Abstand die heißeste Region des Landes.

Temperaturen: bis 35 °C, nachts nicht unter 21 °C.

Zentraltal (San José, Alajuela, Heredia, Cartago)

5 bis 90 mm. Trocken.

Auch im Ballungsraum bleibt es unter dem Normalwert für die Jahreszeit. Vormittags überwiegend gering bis wechselnd bewölkt, zum Wochenbeginn windig; nachmittags kann es sich zuziehen, mit möglichen Schauern und Gewittern.

Temperaturen: bis 31 °C tagsüber, nachts bis 14 °C — die kühlsten Nächte des Landes.

Puntarenas Mitte (Zentralpazifik: Süd-Nicoya, Puntarenas-Stadt bis Manuel Antonio)

10 bis 90 mm. Trocken.

Von Santa Teresa und Montezuma über Puntarenas bis Jacó und Manuel Antonio liegt die Region im trockenen Bereich. Nachmittags sind Schauer mit Gewitter möglich, nachts vereinzelt Regen an der Küste.

Temperaturen: bis 32 °C, nachts bis 22 °C — die wärmsten Nächte des Landes.

Puntarenas Süd (Südpazifik: ab Uvita, Osa, Golfito, San Vito)

20 bis 120 mm. Trocken — mit einem großen Aber.

Hier lohnt der genaue Blick. Das IMN führt den Südpazifik als „trocken”, gleichzeitig zählt die Region zu den drei Gebieten mit den höchsten erwarteten Regensummen der Woche. Beides stimmt: Der Südpazifik ist normalerweise die nasseste Ecke Costa Ricas, 120 mm sind für ihn wenig. Für dich als Besucher sind 120 mm trotzdem 120 mm.

Wer also in dieser Woche Osa, Golfito oder Uvita ansteuert, sollte nicht mit Trockenheit rechnen, sondern mit spürbar weniger Regen als sonst im September.

Temperaturen: bis 32 °C, nachts bis 20 °C.

Was „trocken” hier eigentlich bedeutet

Ein Missverständnis, das in Wetterberichten selten aufgelöst wird: Die Einstufungen trocken, normal und regnerisch beziehen sich immer auf den Normalwert der jeweiligen Region zur jeweiligen Jahreszeit. Sie sind relativ, nicht absolut.

Deshalb kann der Südpazifik mit 120 mm als trocken gelten, während die Karibik mit 70 mm als regnerisch geführt wird. Wer die Kategorien wörtlich nimmt und nur nach dem Wort „trocken” plant, plant an der Wirklichkeit vorbei. Sinnvoll ist der Blick auf beides: die Kategorie sagt dir, wie das Wetter im Vergleich zum Üblichen ausfällt, die Millimeterwerte sagen dir, was tatsächlich vom Himmel kommt.

Der Ausblick auf die Woche darauf

Vom 14. bis 20. September bleibt das Muster laut IMN bestehen: Pazifik, Zentraltal und westliche Nordzone weiter trocken, Karibik und Zona Norte weiter regnerisch. Die Prognoseunsicherheit steigt für diese Woche allerdings auf „mittel”.

Danach kippt es: In der Woche vom 21. bis 27. September kehren Karibik und Norden zu normalen Verhältnissen zurück, die Regentätigkeit dort nimmt also ab. Und für die letzte Septemberwoche erwartet das IMN eine Ausweitung der trockenen Bedingungen auf das ganze Land — dann also auch an der Karibikseite.

Quellen

  • Instituto Meteorológico Nacional (IMN), Pronóstico subestacional, gültig vom 7. September bis 4. Oktober 2026, abgerufen am 4. September 2026: https://www.imn.ac.cr/pronostico-subestacional
  • IMN, Tendencia semanal, 3. bis 9. September 2026, abgerufen am 4. September 2026: https://www.imn.ac.cr/tendencia-semanal
  • IMN, Reporte pronóstico regional (täglich aktualisiert): https://www.imn.ac.cr/reporte-pronostico-regional
  • IMN, Avisos meteorológicos (aktuelle Warnungen): https://www.imn.ac.cr/avisos-meteorologicos

Wetterprognosen sind Wahrscheinlichkeitsaussagen, keine Garantien. Prüfe vor Reiseantritt oder Ausflügen die tagesaktuellen Meldungen des IMN.

Ulrich Roth

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