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El Niño 2026: Was bedeutet er für den Süden, das Zentraltal, die Karibik und den Norden?
21.10.2026
Im September haben wir beschrieben, warum El Niño vor allem Guanacaste und die Nicoya-Halbinsel trifft. Seitdem hat sich das Phänomen weiter verstärkt: Am 5. Oktober maß das Instituto Meteorológico Nacional (IMN) eine Tagesabweichung der Meerestemperatur von rund +3,4 °C – den höchsten Wert, den das Institut je registriert hat. Für November 2026 bis Januar 2027 erwartet das IMN eine „sehr starke“ Phase, die Auswirkungen könnten bis Juni 2027 reichen.
Entscheidend für Deine Reiseplanung: El Niño wirkt in Costa Rica gegensätzlich. Die Pazifikseite und das Zentraltal werden trockener und wärmer. Auf der Karibikseite verstärkt El Niño die Passatwinde, die zusätzliche Feuchtigkeit heranführen – dort fiel bisher sogar mehr Regen als üblich. Hier der Überblick nach Regionen.
Südpazifik: Osa-Halbinsel, Uvita, San Vito
Der Südpazifik gehört zu den regenreichsten Regionen des Landes und startet entsprechend mit großen Reserven. Von Januar bis August fiel hier rund 25 % weniger Regen als normal – deutlich weniger Defizit als im Norden (−37 %). Die Nationale Katastrophenschutzkommission CNE hat die Region auf die gelbe Warnstufe gesetzt, das ist die Vorbereitungsstufe. Die Temperaturen liegen laut IMN etwa 0,5 bis 1,5 °C über dem Durchschnitt.
Für die kommenden Wochen erwartet das IMN auch hier trockene Bedingungen. Für Dich heißt das: Corcovado, Drake Bay, Uvita und das Hochland um San Vito erlebst Du voraussichtlich mit mehr Sonnenstunden als in einer gewöhnlichen Übergangszeit – bei weiterhin üppig grüner Natur.
Manuel Antonio: klimatisch Zentralpazifik
Manuel Antonio liegt im Kanton Quepos und zählt klimatisch zum Zentralpazifik – und der ist stärker betroffen als der Süden. Quepos steht unter der orangen Warnstufe (Mobilisierung und Eindämmung). Von Januar bis August lag das Regendefizit bei 28 %, für den Oktober rechnet das IMN mit bis zu 60 % weniger Niederschlag. Die Regenzeit endet hier voraussichtlich zwischen dem 13. und 30. November.
Die Wasserversorger zählen Quepos zu den Kantonen, in denen sie die Versorgung anpassen müssen. Unser Tipp: Frag Deine Unterkunft, wie sie ihre Wasserversorgung sichert – viele Häuser arbeiten mit eigenen Speichern.
Bergregionen: Los Santos, Dota, Monteverde
Auch in den Bergen zeigt sich das Muster der Pazifikseite. Die Zona de Los Santos mit Tarrazú, León Cortés und Dota – also auch das Quetzal-Gebiet um San Gerardo de Dota – steht unter der orangen Warnstufe, ebenso Monteverde. Die Kaffeeregion Los Santos ist damit gemeinsam mit Guanacaste und dem Zentralpazifik am stärksten im Blick der Behörden.
Zentraltal
Im Zentraltal fiel von Januar bis August rund 20 % weniger Regen, es gilt die gelbe Warnstufe. Die Temperaturen liegen 1,5 bis 2 °C über dem Durchschnitt. Seit Juni regelt der Wasserversorger AyA in einzelnen Bezirken des Großraums San José die Versorgung nachts, typischerweise zwischen 22 und 2 bzw. 4 Uhr. Die Regenzeit endet voraussichtlich zwischen dem 8. und 23. November.
Beim Strom gibt das staatliche Energieunternehmen ICE Entwarnung: Stromabschaltungen wegen El Niño sind nach seinen Planungen ausgeschlossen. Das ICE baut dafür zusätzlich rund 100 Megawatt Solarleistung auf.
Karibik: Cahuita und Puerto Viejo
Die Karibik ist bisher der Gewinner: Von Januar bis August fiel im südlichen Karibikgebiet 38 % mehr Regen als normal, im Norden der Karibik sogar 42 %. Auch die Temperaturen steigen hier am moderatesten, um 0,5 bis 1 °C.
Jetzt dreht sich das Bild: Für November bis Januar sagt das IMN für die Karibik rund 30 % weniger Regen als üblich voraus. Da die Karibik keine feste Trockenzeit kennt, bedeutet das für Cahuita und Puerto Viejo in den kommenden Monaten: mehr trockene Tage – auf gut gefüllten Wasserreserven aus dem bisherigen Jahr.
Nordosten: vom Arenal bis Boca Tapada
Der Norden teilt sich in zwei Hälften. Die östliche Zona Norte, zu der La Fortuna am Arenal und Boca Tapada im Kanton San Carlos gehören, verzeichnete von Januar bis August 37 % mehr Regen als normal. San Carlos steht auf keiner Warnliste. Das IMN weist zudem darauf hin, dass El Niño im Norden kein eindeutiges Signal hat – er kann dort mehr oder weniger Regen bringen.
Anders der Westen: Upala, Los Chiles und Guatuso (mit dem Gebiet um den Río Celeste) stehen unter der gelben Warnstufe. Tilarán am Westufer des Arenal-Sees gehört verwaltungstechnisch zum Nordpazifik und steht unter der orangen Warnstufe.
Für November bis Januar erwartet das IMN auch für den gesamten Norden rund 30 % weniger Regen. Der Arenal-Stausee bleibt dabei ein zentraler Baustein der Stromversorgung; die Regenfälle im Spätsommer haben die großen Stauseen des Landes gestärkt.
Was heißt das für Deine Reise?
• Pazifikseite und Zentraltal: Die Trockenzeit beginnt im normalen Zeitraum, fällt aber wärmer und trockener aus. Eine spürbare Erholung der Niederschläge erwartet das IMN in den Dürregebieten erst ab Februar 2027.
• Südpazifik: Mit den größten Reserven der Pazifikseite bleibt der Süden die grünste Alternative zu Guanacaste.
• Karibik und Nordosten: Bisher wasserreich, in den kommenden Monaten mit mehr trockenen Tagen als gewohnt.
• Praktisch: Plane Sonnenschutz und ausreichend Trinkwasser ein und frag bei Deiner Unterkunft nach ihrer Wasserversorgung.
Die Lage entwickelt sich weiter. Den jeweils aktuellen Stand findest Du in unserer Kategorie Wetter.
Stand: 21. Oktober 2026
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