Die Bribrís trauern um ihren Anführer

20.03.2019 Die Trauer und Wut bei den Bribris ist groß. Angesichts der schrecklichen Bluttat sehen sie in den Maßnahmen der Regierung und der Menschenrechts-Organisation nichts als leere Versprechungen.

Stammesführer in seinem Haus erschossen

Der 59-jährige Anführer der indigenen Volksgruppe Bribri, Sergio Rojas Ortiz, wurde am Montag, den 18. März 2019, 11.45 Uhr Ortszeit, in seinem Haus im indigenen Reservat Bribri, in Yeri de Salitre, erschossen aufgefunden.

Sergio Rojas (Foto: José Diaz La Nación)Das Reservat befindet sich in Buenos Aires, in der Provinz Puntarenas. Sergio Rojas war mehr als 12 Jahre lang der Präsident des Entwicklungsverbandes (ADI). Im Jahr 2014 musste er, wegen angeblichen Betrugs, vorübergehend ins Gefängnis.

Die Ermittlungen im Mordfall des Stammes-Oberhauptes laufen auf Hochtouren und werden von der staatlichen Gerichtspolizei (OIJ) in Zusammenarbeit mit der Staatspolizei geleitet.

Kurz vor seiner Ermordung hatte Rojas gemeinsam mit zwei anderen Vertretern der indigenen Volksgruppe noch eine Anzeige gegen Drohungen von Landbesetzern bei der Staatsanwaltschaft von Buenos Aires eingeleitet, informierte die Verwaltungsbehörde. Sie betont jedoch, dass bisher keine Beweise für einen direkten Zusammenhang mit der Ermordung Rojas vorliegen.

„Die Regierung von Costa Rica verurteilt in aller Schärfe den Gewaltakt gegen den indigenen Anführer“, betonte Präsident Carlos Alvarado am Dienstagfrüh in einer Pressekonferenz.

„Es sei ein tragischer Tag für das Volk der Bribrí und für ganz Costa Rica“. Der Präsident orderte verstärkte Sicherheitsmaßnahmen für die Bribri Gemeinden an und rief zum friedlichen Dialog auf, um Konflikte zu lösen.

Der Kampf Costa Ricas zum Schutz indigener Volksgruppen dauert schon jahrzehntelang an.

Der Konflikt eskalierte bereits im Jahr 1977, als per Gesetz den beiden Volksgruppen Bribrí und Teribe das Recht auf 11.700 Hektar Land zugesprochen wurde, ohne dabei Bauern zu entschädigen, die bereits auf dem Land lebten.

Wiederholt kam es in den indigenen Gemeinden zu Angriffen.

Im Jahr 2012 wurde Sergio Rojas bereits einmal Opfer, überlebte aber schwer verwundet ein Attentat, bei welchem sechs Schüsse auf ihn abgefeuert wurden.

Seit dem Jahr 2012 befasst sich die Verteidigung in Salitre immer wieder mit einer Vielzahl von territorialen Konflikten. Präsident Alvarado forderte nun auch die Botschafterin der Organisation der Amerikanischen Staaten (OEA) und die ehemaligen Verteidigerin, Montserrat Solano auf zur Berichtertattung:

„Es existiere ein Versprechen von Seiten der Interamericana Menschenrechts-Kommission (CIDH), die das Leben und die Sicherheit der indigenen Menschen der Volksgruppe Bribri garantiert“.

Die Trauer und Wut bei den Bribris ist groß. Angesichts der schrecklichen Bluttat sehen sie in den Maßnahmen der Regierung und der Menschenrechts-Organisation nichts als leere Versprechungen.


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christine-maria-dietz-autorin-pura-vida-travel-costa-ricaEin Artikel von Christine Maria Dietz.

Die Wienerin lebt seit 1999 in Costa Rica.

Neben Übersetzungstätigkeiten für das Staatliche Tourismusinstitut (ICT) schrieb Sie für lokale englischsprachige Zeitung Tico Times in San José eine Kolumne und Artikel mit Schwerpunkt Ökologie, Kulinarik und sozialen Themen. Seit 2011 ist sie für Pura Vida Travel als Administratorin, Übersetzerin und Autorin tätig.


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